Wie gelingen Topfrosen?

Seit acht Jahren im Topf ohne Erdaustausch und immer noch und immer wieder so schön, wie geht das?

Rose Young Lydicas, ein Duftwunder, im Topf genau in Schnupperhöhe mit ihrem aufrechten und überhängenden Wuchs ...


Zuerst einmal sollte der Topf für die Rose nicht zu klein gewählt werden, wobei die Höhe des Gefäßes die wichtigere Rolle spielt, denn Rosen sind Tiefwurzler. Die Breite spielt eine untergeordnete Rolle, doch empfehle ich aufgrund der schnelleren Austrocknung nicht zu schmale Töpfe zu wählen (oder eben mehr auf das Gießen zu achten); auch kann man bedenkenloser in die Winterpause gehen, wenn man die Töpfe nicht einpacken möchte.

Generell empfehle ich für kleinere Rosensorten wie Bodendecker-, Kleinstrauchrosen, Beetrosen, kleinere Strauchrosen bis maximum ca. 1,25 m eine Topfhöhe ab 40 cm zu wählen, je höher je besser. Eine höhere Strauchrose, eine Stammrose oder sogar ein Rambler benötigen ca. 50 cm Höhe (oder höher) um über Jahre gute Voraussetzungen zu haben.

Zeitgleich gepflanzt funktionieren auch zwei Rosen in einem großen Topf, oder ein Stämmchen mit einer 'normalen' Rose. Von Unterpflanzungen mit Stauden rate ich generell ab, Wurzelkonkurrenz mögen Rosen im Topf schon gar nicht, alternativ die Staude in einen separaten Topf in den Topf pflanzen.


Schön sehen die zwei Exemplare der Duftrose Golden Celebration mit Storchschnabel Rozanne schon aus. Die Staude beginnt gerade zu blühen und das unermüdlich die restliche Saison über. Später hängt sie dann nach unten über die gesamte Topfhöhe. Aber auch hier (Topf im Topf) muss gut auf das Gießen geachtet werden. Im Sommer ist tägliches Gießen von Nöten, Rosen und Stauden brauchen nun mal im Topf mehr Wasser als im Gartenbeet:


Oder wie wäre es mit Rose Grace und Katzenminze Cat's Meow?

(Katzenminze und Lavendel im Topf im Topf natürlich weniger gießen, da sie tägliche Wassergaben sicherlich nicht besonders mögen):


In einem schmalen Topf hat natürlich trotz gewisser Höhe nur eine Rose Platz, wie hier Duftrose Desdemona, die auch sehr gut im Halbschatten (bei mir vor der Haustür) funktioniert - ihr Duft begrüßt liebe Gäste:


Zwei Exemplare von Roald Dahl zieren einen H/L/B: 40/80/40 cm-Trog:


Nun zum Topf und zum Pflanzen selbst:

Welches Material der Topf hat spielt eine untergeordnete Rolle. Lediglich ein guter Ablauf (Loch) sollte gewährleistet sein und bleiben, damit ein Zuviel an Wasser (und es sollte eindringlich gegossen werden, wenn gegossen wird) ablaufen kann.


Gepflanzt werden sollte mit einer guten Rosenerde, die ja speziell auf die Bedürfnisse und die Erstversorgung der Rose abgestimmt ist. Diese Rosenerde sollte aber nicht zu schwer sein! Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass manch teure, sehr dunkle Rosenerde zu viel Wasser speichert und die Rose manchmal zu lange zu nass steht. Außerdem sollte man beim Säckekauf darauf achten, dass die Säcke trocken gelagert sind und kein Regenwasser für Schimmelpilz-Entwicklung unter dem Plastik sorgt, das wäre kein optimaler Start.

Nun könnte die Rose noch mit Vitanal Wachstumstarter angegossen werden, das fördert die Wurzelbildung, ein- bis zweimal damit nachgießen in ein- bis zweiwöchigem Abstand.


Wichtig ist, dass im Pflanzjahr nicht gedüngt wird, das heißt keinen richtigen Stickstoffdünger verwenden! Stärkung ist immer gut, mit Brühen, EM oder Vitanal Rosen (dieses Produkt ist direkt auf die Rose abgestimmt - siehe auch Blogartikel 'Vitanal ...').


Jährlich dünge ich alle Rosen - im Garten wie auch im Topf - gleich:

mit einem Langzeit-Rosendünger mit genügend Kalium! (am besten organisch) und Oscorna Bodenaktivator. Die Topfrosen erhalten aber - wie auch schon im ersten Jahr - zusätzlich Vitanal Rosen 'ab und an' ins Gießwasser (Empfehlung des Herstellers: alle 1-2 Wochen).

Ein zuviel an Stickstoff ist kontraproduktiv, Vitanal Rosen enthält kaum Stickstoff und kann deshalb auch nicht überdosiert werden. Es sorgt aber dafür, dass Wasser und vorhandene Nährstoffe besser von der Rose aufgenommen werden, dass sie gestärkt neue Triebe und Blüten bildet, insgesamt gesünder bleibt, usw.


Manchmal passiert es, dass ich nach ein paar Jahren mit Eisendünger nachhelfen muss, aber das sieht man an den Blättern. Ebenso wie man Stickstoffmangel an den Blättern sieht. (Dazu gibt es im Internet Beispielbilder.)


Und wenn es irgendwann - nach vielen Jahren mal gar nicht mehr klappen mag - dann muss diese Rose eben in den Garten umziehen oder man entnimmt die Rose, schneidet sie wie einen wurzelnackten Frischling oben (Triebe) und unten (Wurzel) zurück und setzt sie wieder in komplett neue Erde ein.


Oft gelingen Rosen im Topf besser als im Garten - sicher auch deshalb, weil die Wurzelkonkurrenz fehlt und die Königin ganz Königin sein darf. Ich persönlich liebe sie da und je älter ich werde, umso mehr genieße ich es, den Duft der kleineren Varianten zu inhalieren ohne mich bücken zu müssen :-)